Beschreibung
Das ca. 14 ha große Fördergebiet liegt zum Großteil im historischen Zentrum der Universitätsstadt Marburg - einer Gesamtanlage im Sinne des Hessischen Denkmalschutzgesetzes. Neben dem historischen Baubestand erfährt das Fördergebiet durch die atypische sozio-demografische Zusammensetzung der Wohnbevölkerung – insgesamt ca. 2300 Einwohner*innen - mit einem Anteil der Alterskohorte der 19 -29-Jährigen in Höhe von > 60% und insgesamt hohen Anteil „nicht-deutscher“ Bevölkerung eine besondere Prägung.
Für das Fördergebiet ist ein ISEK erarbeitet worden, welches in 2021 beschlossen wurde und aus dem seither Projekte und Maßnahmen für den Förderzeitraum abgeleitet werden. Ein Maßnahmenschwerpunkt liegt auf den sogenannten Schlüsselprojekten, von deren Umsetzung vielfältige Entwicklungsimpulse für die künftige Entwicklung der Oberstadt ausstrahlen werden. Als „prominentestes“ Projekt läuft bis 9/2024 das Wettbewerbsverfahren zur klimagerechten Neugestaltung Stadtbalkon Marburg „Lutherischer Kirchhof und Wegenetz Kugelgasse/Rübenstein/Jakobsgasse“, für dessen Durchführung und Umsetzung bereits Fördermittel bewilligt sind. Daneben sind weitere kommunikativ anspruchsvolle Maßnahmen, wie beispielsweise die Neugestaltung öffentlicher Räume zur Aufwertung der Aufenthalts- und Wohnumfeldqualität, bereits beantragt. Ein attraktives Anreizprogramm zur Aktivierung privater Maßnahmen zur zielkonformen Gebietsentwicklung mitsamt den organisatorischen Strukturen wurde entwickelt und implementiert.
Der Umsetzungsprozess der Entwicklungsmaßnahmen wird gemäß den Zielvorgaben des Förderprogramms von einer heterogen besetzten „lokalen Partnerschaft“ begleitet.
Die zeitnahe Umsetzung der Projekte des Programms „Lebendige Zentren“ im Fördergebiet hängt wesentlich am Aufbau und Pflege effizienter Kommunikations- und Managementstrukturen. Neben der Fortführung der im Zuge des ISEKs aufgebauten Strukturen wie Lenkungsgruppe, Lokale Partnerschaft und der eingespielten Arbeitsstrukturen bedarf es hierfür vor allem eines effizienten Quartiersmanagements, welches die Verwaltung bei der Umsetzung der avisierten Projekte und beim nötigen Kommunikations- und Beratungsprozess auch vor Ort unterstützt. Aufgrund der vielfältigen und unterschiedlichen Aufgaben in der „südwestlichen Oberstadt“ ist in Marburg das Gesamtleistungsspektrum des Fördergebiets- bzw. des Quartiersmanagements zweigeteilt und operativ umgesetzt: generelles Ziel dabei ist es, ein „Duales System“ aus einerseits Vor-Ort-Betreuung im Sinne eines „Kümmerers“ (direkte Ansprache/Beratung von Betroffenen und Bürger*innen, Moderation, Begleitung der Umsetzung von Maßnahmen inkl. Nachjustierung etc.) und zum anderen klassischer externer Betreuung (durch ein Fachbüro) u.a. für das Leistungsspektrum Projektentwicklungen, Fördermittelmanagement und Aufbau / Umsetzung von Kommunikations-, Werbungs- und Beratungsstrukturen zu installieren. Dieses Modell der Aufgabenteilung knüpft im Übrigen an das Sanierungsmanagement der 70er und 80er Jahre in Marburg an, welches sich in dieser Form bewährte.
Das Fördergebietsmanagement, welches erstmals in 2021 zunächst für 3 Jahre ausgeschrieben und vergeben wurde, ist in Marburg auch inhaltlich zweigeteilt. Mit der städtischen Wirtschaftsförderung ist vereinbart, dass das Thema Einzelhandel (Leerstandsmanagement, Marketing, Oberstadtmarkt…) mit kommunalen Ressourcen bearbeitet werden soll.
Zur Ausschreibung steht nun die Leistungserbringung der weitergehenden Aufgaben des Fördergebietsmanagements für die Restlaufzeit des Programms – voraussichtlich bis Ende 2028 – an; dabei handelt es sich insbesondere um folgende Dienstleistungen:
- Projektmanagement zur Vorbereitung, Durchführung und Koordination der im ISEK beschriebenen Projekte und Maßnahmen,
- Unterstützung bei Fragen zur Funktion (Nutzung von Gebäuden/Flächen und passgenaue Einordnung in ISEK und Umfeld) und Gestaltung baulicher Anlagen,
- Vorbereitung und Begleitung von Planungen, Gutachten, Wettbewerben, Workshops,
- Unterstützung der Verwaltung bei der Vorbereitung, Vergabe und Kontrolle von öffentlichen Planungs- und Bauaufträgen,
- Erarbeitung der erforderlichen Wirtschafts-, Zeit- und Maßnahmenpläne,
- Dynamische Anpassung des ISEKs an sich verändernde Rahmenbedingungen im Stadtumbaugebiet,
- Unterstützung bei der Vorbereitung und dem Abschluss von Modernisierungs- und Ordnungsmaßnahmenvereinbarungen mit Privatpersonen,
- Vorbereitung, Umsetzung und Abrechnung eines Anreizprogramms für private Investitionsvorhaben,
- Selbständige Akquise von Fördermitteln aus anderen Förderprogrammen,
- Übernahme des Fördermittelmanagements: z. B. Abstimmung mit dem Fördermittelgeber, Beantragung und Unterstützung bei der jährlichen Antragstellung einschließlich der hierfür erforderlichen Unterlagen (Projektblätter), Abrechnung von Projekten und der Gesamtmaßnahme gegenüber der Bewilligungsbehörde, Beantragung von weiteren Fördermitteln, Erarbeitung von Verwendungsnachweisen, Führung von Finanzierungsübersichten,
- Mitwirkung bei der Vergabe von Bau- und Ingenieurleistungen,
- Begleitung der Steuerungsstruktur (Lenkungsgruppe und Lokale Partnerschaft)
- Vorbereitung und Begleitung der Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation,
- Pflege einer Projekthomepage, Verknüpfung mit der städtischen Homepage,
- Vorbereitung / Durchführung von jährlich mind. einem aufwendigen Vergabeverfahren (Wettbewerbsverfahren, Gutachterverfahren / VgV-Verfahren inkl.
o Vorbereitende Maßnahmen der Verfahren (Abstimmungen mit der Architektenkammer, Organisation der Auswahlgremien, Ausarbeitung und Zusammenstellung der Planvorlagen und Bewerbungsunterlagen, Begleitung der Bewerberauswahl etc.)
o Mitwirkung bei der Formulierung der Kriterien/Aufgabenstellung (Formulierung allgemeiner Bedingungen, Termine, geforderter Abgabeleistungen, Darstellung der planungsrelevanten Rahmenbedingungen, Mitwirkung bei der Formulierung der Aufgabenstellung,
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