Der moderne Straßenbau steht aktuell vor verschiedenen Herausforderungen aus den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz. Zukünftig sollen Nachhaltigkeitsaspekte bei Planung und Ausschreibung von Baumaßnahmen sowie die sorgfältige Auswahl der eingesetzten Baustoffe und Bauverfahren mehr Berücksichtigung finden.
Vor dem Hintergrund, dass die Herstellung von einer Tonne Zement derzeit mit Emissionen in Höhe von rund 600 kg CO2 verbunden ist, ist eine Reduzierung des Klinkerfaktors für Zemente im Straßenbau zukünftig unumgänglich.
Ein Ziel dieses Forschungsprojektes ist es, die unterschiedlichen Anforderungen an Ober- und Unterbeton einer Betonfahrbahndecke herauszuarbeiten und die unter ökologischen Gesichtspunkten dafür geeigneten Zemente zu qualifizieren.
Die alternativen, klinkerreduzierten Zemente mit mehreren Hauptbestandteilen, wie CEM II/C-M (S-LL), sind bisher von der Verwendung im Betonstraßenbau ausgenommen, da diese für die geforderten Expositionsklassen nicht zugelassen sind. Da Unterbetone i.d.R. weniger durchfeuchtet sind, kaum Tausalz eingetragen wird und weniger Frost-Tauwechsel erfolgen, ergibt sich die Frage, ob für den Unterbeton geringere Anforderungen an die Expositionsklasse ausreichend sind und hier alternative Zemente eingesetzt werden können. Für die Qualifizierung alternativer Zemente ist ein systematisch angelegtes Versuchsprogramm im Labor durchzuführen.
Sollten die erforderlichen Dauerhaftigkeitseigenschaften des Unterbetons einer Betonfahrbahndecke auch unter Verwendung künftiger, stark klinkerreduzierter Zemente labortechnisch nachgewiesen werden, könnte vor allem den geforderten Nachhaltigkeitsaspekten in erweitertem Maße entsprochen werden.
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